Sonntag, 26. Oktober 2008

Pilbara, Teil 2 und: Ja is denn heut scho Weihnachten?

West Angelas, Hope Downs und Yandicoogina standen für meine kleine Exkursion mit Rio diesmal auf dem Programm. Mittwochmorgen ging es 0300 raus, da ich mir für 0400 ein Taxi bestellt hatte. Der Flug war allerdings erst 0530. Diesmal sind wir nach Newman geflogen, also mehr oder weniger bhpbilliton Gebiet. Dann ging es mit einer wirklichen Nifte (Eric meinte: sieht aus wie ein Hund, das Handling is wie ein Hund, is laut, zieht nich durch, was will man mehr in nem Auto) Mit dem Ding konntest du keinen Road Train überholen, ohne das die benötigte gerade Strecke wenigstens 3 km lang war. Ich bin noch nie in nem besseren Auto mitgefahren…Vormittag stand West Angelas auf dem Programm. Außerdem sagte das Programm Mittag im Dorf abholen, hammer nich gemacht… Nach einer wirklich guten Tour durch die Aufbereitung haben wir uns noch den Tagebau angeschaut. Für Eisenerz ist der Abbau recht eigenartig, da hier alle Bermen(benches) gleichzeitig vorangetrieben und abgebaut werden, zu vergleichen mit unseren Braunkohletagebauen, mit einer gemeinsamen Abbaurichtung, also nicht wie sonst im Festgestein üblich, mit einem Weitungsabbau. Genutzt werden, wie eigentlich in den meisten Rio Betrieben Komatsu 830 oder 730 SKW(ESKAWE/haul trucks) und Tieflöffelbagger. Geführt hat uns in West Angelas ein Deutscher aus Nürtingen (Nürdinge) der 2 Jahre in England gearbeitet hat, danach 6 Jahre in den USA und jetzt seit 2 Jahren in Australien ist. Unser Mittag haben wir dann im Gruppenraum (ich weiß, klingt wie Therapie, isses aber nich) nachgeholt, bevor es dann weiter nach Hope Downs ging. Inzwischen waren dann auch schon 37°C draussen, yipieh!!! Also ließen wir die Pferde, naja, das waren wohl eher ein paar Ponys in unserem Hund wieder galoppieren, oder eher dahinhatschen wie meine Oma sagen würde. Hope Downs ist ein neuer Tagebau der erst dieses Jahr im Winter (also der Winter hier) die ersten Tonnen Erz gefördert hat. Hier haben wir uns die Aufbereitung nicht weiter angeschaut, aber wir haben einen generellen Überblick (im wahrsten Sinne des Wortes) bekommen. Auch haben wir wieder ein paar Leute getroffen die für den Test des Surface Miners in Nammuldi zuständig sind gesehen, da dieser evtl. hier eingesetzt werden soll. Diese Industrietouristen…

Hope Downs

Abends hatten wir dann in unserem Hotel noch Dinner, und ich habe, auf Anraten von Eric und James etwas typisch australisches aus den 80er Jahren gegessen: Surf and Turf, also Steak mit Schrimps, aber es war echt super! Irgendwas anderes sollte ich auch noch versuchen wieder aus der Blütezeit als Kylie noch bei Neighbours war, aber ich habs wieder vergessen, vielleicht diese Woche wenns nochmal in den Norden geht. Andere Leute bei uns aus dem Büro in Perth waren auch in dem Hotel und die sollten eigentlich den Abend noch fliegen, aber da ihr Flieger verspätet war, hatten wir noch ein paar Bier mit ihnen. Am nächsten Morgen ging es dann auf nach Yandicoogina, welches das gleiche Eisenerz, abgelagert in einem ehemaligen Flussbett, abbaut wie Yandi, ein Tagebau von bhpbilliton, nachfolgend nur noch als die Bösen beschrieben. Den haben wir uns ja mit unserer Uni im Februar angeschaut, da Dan, ein Freund vom EMC dort für HWE, ein Bergbausubunternehmer, gearbeitet hat. Yandicoogina baut Eisenerz seit 2003 ab. Die Büros dort sind dementsprechend ziemlich neu und flash. Zur Zeit baut Yandicoogina in 3 verschiedenen Regionen auf Eisenerz. Jede Region hat einen eigenen Primärbrecher und Sekundärbrecher.

Primaerbrecher

Das gebrochene Fördergut wird über Gurtbandförderer an eine zentrale Aufbereitung und Zugausladung gefördert (Loop plant). Inzwischen waren jetzt auch 42°C draussen, nochmal Yipieh! Nach einer Tagebautour haben wir dann hier nochmal eine Tour durch die Aufbereitungen und die Zugausladung bekommen. Es war wirklich interessant und ich habe bemerkt das mich Aufbereitung immer mehr interessiert, auch wenn ich davon im Studium erstens nicht soviel von gehört habe und zweitens es mich nie so riesig interessiert hat, es gehörte halt dazu, aber so langsam gefällt es mir wirklich richtig gut. Da die Befahrung dann so gegen 2 zu Ende war, haben wir uns mit unserem Hund wieder in Richtung Newman begeben, natürlich mussten wir wieder durch feindliches Gebiet fahren, da Yandicoogina (Rio Tinto) flussabwärts von Yandi (die Bösen) liegt. Mit 110 km/h Anschlag ging es dann zurück, und die Ponys mussten nicht übermäßig strapaziert werden.
Als wir in Perth gelandet sind erwartete mich der nächste Spass, ich durfte mich 45 Minuten für ein Taxi anstellen, war das toll, danke an Simon das er die Zeit um bestimmt 3 Minuten verkürzt hat, auch wenn er eigentlich schon gemuzelt hat. Als ich zu Hause war is dann nich mehr viel passiert… nur noch Muzelbereitschaft hergestellt.

Weihnachtsdekoration (Jungs, die Dekoration, nich das Maedel)

Weihnachtsdeko 2, schoener Golfi, oder?

Freitag habe ich dann wirklich gedacht als ich durch die Stadt gelaufen bin: „ Ja is denn heut schon Weihnachten?“ natürlich in genau demselben Dialekt wie bei uns, nur auf englisch und dann mit einem äquivalenten Dialekt für Australien, versteht sich. Im Grunde kann man also sagen wie bei uns, nur völlig anders. Achso, hier sind jetzt schon Weihnachtsdekorationen in den Strassen! Naja, lange is ja nich mehr! Außerdem plant Rio auch schon auf die Weihnachtsfeier wo Santa, also der wirkliche Santa vom Nordpol in seinem Schlitten mit den Rentieren hier nach Perth kommt, aber nur zu Rio, nich zu den anderen, und für jeden eine Überraschung mitbringt. Na dann mal gute Fahrt Santa, ich hoffe dein Schlitten is besser als unser Auto im Pilbara!
Ach ja, und was mir dann am Freitag auch noch aufgefallen ist, ist das es bei uns im Büro im Bad jetzt auch endlich eine Urinfarbentabelle gibt an der man abschätzen kann ob man dehydriert is und mehr trinken muss, oder ob alles im grünen, naja eher farblosen Bereich ist. Nachdem wir das in Freiberg ja mal in einer Lernnacht nachts halb 2 aufgehangen haben, fehlte mir das schon ein wenig und ich wusste nie wie viel ich trinken musste, aber das Problem ist ja jetzt zum Glück auch gelöst!
In diesem Sinne, trinkt ausreichend, immer schön Farben vergleichen!

Wieviel muss ich trinken???

Bis bald, Glück auf!
Hylko, Heiko, der Stamm, Bikelesstron und Jens in Perth

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Na das war ja heut ein toller Eintrag. Hast ja allerhand gesehen, aber an 40° mag ich
nicht denken.
HP

Simon hat gesagt…

@HP: Da müssen Sie sich bei Ihren Besuchen in Zukunft daran gewöhnen.

@Hkinline: exzellenter Bericht! Arbeitsebenen wäre wahrscheinlich die beste Bezeichnung für benches gewesen. Tut mir leid, dass mir das jetzt erst einfällt. Trotzdem verstehe ich noch nicht so wirklich, was an dem Abbausystem (hab mir doch was gemerkt!) so anders sein soll, als sonst. Da musst Du mich mal aufklären.

SBonCAT oder Dreiminutenmuzelsimon (jetzt fang ich auch schon an, so zu spinnen...)

Malice hat gesagt…

Supi Bericht, obwohl ich für die letzten Abschnitte an meinen Mac rankriechen musste.
Jetzt würd ich aber schon gern mal wissen wer dir den Namen "der Stamm" verliehen" hat :D
Moxi

Malice hat gesagt…

Hey sweet, alles i.o.?
hast schon lang nix mehr von dir hören lassen *sorg*
Moxi

Simon hat gesagt…

Also jetzt ist schon ein bisschen lachhaft geworden. Erst überredeste die anderen, auch nen Blog anzufangen und dann machste ihn selber nicht weiter. Dein Durchhaltevermögen auf dem Rad ist da deutlich größer...